51. Sitzung des Menschenrechtsrates: Tibeter in der Schweiz und Liechtenstein fordern den neu ernannten Hochkommissar für Menschenrechte auf, die Rechte in Tibet zu verteidigen

Genf: 23. September 2022: Die tibetische Gemeinschaft der Schweiz & Liechtensteins hat am Freitag, 23. September 2022, eine friedliche Demonstration vor dem Büro des Hochkommissars für Menschenrechte durchgeführt. Der Protest fand am Rande der 51. Sitzung des UNO-Menschenrechtsrates statt.

Mitglieder der Gemeinschaft hielten tibetische Nationalflaggen und Plakate in die Höhe und forderten die Vereinten Nationen auf, der sich verschlechternden Menschenrechtslage in Tibet Aufmerksamkeit zu schenken. Die Demonstranten riefen auch Slogans, in denen sie China aufforderten, "die Folter zu beenden", "den Völkermord zu beenden" und "alle politischen Gefangenen" in Tibet freizulassen. Die Gemeinschaft überreichte dem neu ernannten Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, einen Appell, in dem er aufgefordert wurde, die Stimmen des tibetischen Volkes zu beachten.

In ihrer Ansprache würdigte und dankte die Abgeordnete Thinlay Chukki den Mitgliedern der Gemeinschaft dafür, dass sie die Verantwortung übernommen haben, sich für die Tibeter einzusetzen, die von der Kommunistischen Partei Chinas unterdrückt und zum Schweigen gebracht werden. Sie appellierte an die Gemeindemitglieder, die heranwachsende tibetische Generation so zu erziehen, dass jeder einzelne Tibeter ermutigt und befähigt wird, einen Beitrag zu leisten und sich aktiv für die gerechte Sache Tibets einzusetzen. In Bezug auf das Schweigen der ehemaligen Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, zu Tibet sagte die Abgeordnete Thinlay: "Das Schweigen wurde als Nichtübernahme der Gesamtverantwortung" für den Schutz der Menschenrechte in der Welt und insbesondere für Tibet interpretiert.

An der Versammlung nahmen auch die Vizepräsidentin der tibetischen Frauenorganisation in der Schweiz, Passang Dolma Tsaptsar, der  Präsident  der Verein Tibeter Jugend in Europe, Dalha Kangsar und die Vertreter der Gesellschaft Schweizerisch-Tibetische Freundschaft ,Tenzin Wangmo und Uwe Meya teil.

Der Präsident des Zentralen Tibetischen Jugendkongresses Gonpo Dhundup, die Präsidentin des Zentralen Tibetischen Frauenverbandes Tenzing Dolma und der leitende Forscher von Tibet Watch Wangden Kyab nahmen ebenfalls an der Demonstration teil.

Die Präsidentin der tibetischen Gemeinschaft Karma Choekyi und der UN Advocacy Officer des Tibet-Büros Kalden Tsomo übergaben dem Büro des Hochkommissars für Menschenrechte einen an den neu ernannten Hochkommissar Volker Türk gerichteten Appellbrief. Die tibetische Gemeinschaft beglückwünschte den Hochkommissar zu seiner Ernennung als neuer Hochkommissar und forderte ihn auf, "die Rechte der Tibeter in Tibet zu verteidigen" und "die Stimmen des tibetischen Volkes zu hören".

In dem Appellschreiben erläuterte die Gemeinschaft die sich verschlechternde Situation in Tibet, den Mangel an grundlegenden Gesundheitsdiensten und den Missbrauch der so genannten "Null-Kontrollmaßnahmen" Chinas in Tibet. Die Tibeter in Tibet seien "doppelt angekettet", da ihnen der Zugang zu grundlegenden Gesundheitseinrichtungen verwehrt werde und nicht infizierte Tibeter gezwungen seien, zusammen mit infizierten Patienten in "dienstlosen" Quarantänezentren zu leben, heißt es in dem Appell.

Die tibetische Gemeinschaft zeigte sich auch besorgt über die Unterdrückung und Sinisierung der tibetischen Kultur, Religion und Sprache durch China.

 

Nyima Arya

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